Was ist der intrinsic Campus?

Im Rahmen der intrinsic Plattform ist zurzeit eine Hochschule im Entstehen begriffen, die sich an Lehrpersonen mit dem Blick auf die Schule der Zukunft richten wird.

Unter dem Namen intrinsic Campus wird sie den intrinsichen Lernansatz ins Zentrum stellen, wird den entsprechenden Forschungsstand aufarbeiten, ihn zugänglich machen und zu verschiedensten Themen Aus- und Weiterbildungen anbieten. Der Start des Lehr- und Forschungsbetriebs ist im Frühjahr 2019 vorgesehen. Als Abonnentin oder Abonnent unseres Newsletters werden Sie regelmässig über den Stand der Planungen informiert.

Warum braucht es den intrinsic Campus?

Keine Frage: Die Transformation der Schule findet bereits laufend statt. Da dabei fest verankerte Glaubenssätze zwar immer wieder tangiert aber kaum je grundsätzlich diskutiert und neu verhandelt werden, setzt sich die Erneuerung der Bildungskultur erkennbare Grenzen. Der Campus von intrinsic will eine grundsätzlichere Debatte über die Bildung der Zukunft anstossen. Diese soll im gesellschaftlichen und technologischen Wandel verortet werden und paradigmatischen Veränderungen Rechnung tragen. Dazu sollen Fachleute aus verschiedensten Richtungen zusammengeführt und soll auch das ökonomische Potenzial einer intrinsisch ausgerichteten Bildungskultur geklärt werden.

Am intrinsic Campus werden Lehrpersonen ausgebildet – und weitergebildet. Wir haben eine Vorstellung, wie die Schule in Zukunft sein wird und möchten Lehrpersonen darauf vorbereiten.

Schule der Zukunft

Fünf Punkte für die Bildung der Zukunft sind zentral:

1. Intrinsische Motivation

Menschen lernen erfolgreich, wenn sie aus sich selbst heraus motiviert sind. Dies geschieht, wenn das Lernumfeld konsequent auf intrinsische Motivation setzt. Sowohl Kinder wie auch Erwachsene lernen nachhaltiger ohne Druck und Belohnung von aussen (extrinsische Motivation), denn sie stecken voll Neugier und Tatendrang. Somit folgt der Lernende dem ganz eigenen Lehrplan: Nur dann wird Bildung den vielfältigen Interessen, Lernstilen und sozialen Bedürfnissen des jeweiligen Individuums gerecht.

2. Mit Freude experimentieren

Die Lernumgebung, soll ein Ort sein, wo man gerne hingeht. Ausgangspunkt ist immer die natürliche Lust am Lernen. Dennoch werden Grenzen gesetzt, insbesondere im Hinblick auf das gelingende Zusammenleben mit anderen Menschen. Dabei ist insbesondere das Experimentieren ein wichtiger Teil des Lernens: Wo immer möglich, übernehmen die Lernenden nicht fertige Formen sondern sind Weltentdecker.

3. Tragfähige Beziehung

Die Beziehung zwischen allen Beteiligten im Lernprozess ist zentral. Man lernt erwiesenermassen besser, je stärker man sich in der Gemeinschaft aufgehoben fühlt. Lernen und Kreieren in Zusammenarbeit mit anderen ist ein treibender Faktor bei Kindern und Erwachsenen.

4. «Ownership»-Kultur

Bei der Bildung der Zukunft setzen Behörden, Eltern oder Geschäsleitung lediglich einen groben Rahmen. Daraus ergibt sich der Gestaltungsspielraum für das Team der Lehrpersonen und die Lernenden selbst. Sie formulieren ein gemeinsames Anliegen und ermutigen sich gegenseitig zum Lernen.

5. Lern-Portfolio

Der Bildungsweg jedes Lernenden wird in seinem persönlichen Portfolio abgebildet: Dort werden individuelle Lernziele, Lernressourcen, Fortschritte und Erfahrungen dokumentiert. Das Portfolio bildet eine laufend anpassungsfähige Struktur und gibt den Schülern damit Halt und Orientierung – es ist ein zentrales Werkzeug in der Schule der Zukunft.

Das Angebot auf dem Campus

Methodisch wird bereits so gearbeitet, wie in der Schule der Zukunft:
Die Lernenden arbeiten an selbst gewählten Fragestellungen. Sie haben einen erfahrenen Lernbegleiter und finden inspirierende Ressourcen vor.

Die Ausbildung deckt somit auf neuartige Weise die relevanten Kompetenzen aus der Lehrerausbildung ab. Ungefähr die Hälfte der Ausbildungszeit verbringen die zukünftigen Lehrpersonen in der Praxis. Der Teacher Campus startet am 1. März 2019.

Beirat

Erika Friedli,

Dozentin PH Zürich und Zug

Dr. Daniel Hofstetter,

Dozent PH Fribourg

Prof. Gerald Hüther,

Neurobiologe und Bildungsforscher

Prof. Ruedi Isler,

Dozent PH Zürich

Jürg Mäder,

Leiter Scuola Vivante, Buchs

François Rapeaud,

Präsident Kinderanwaltschaft Schweiz

Franziska Schläpfer / Big Zis,

Rapperin und Filmemacherin

Dr. Christoph Schmitt,

Zentrum für Lernen und Lehren, Hochschule Luzern

Philippe Wampfler,

Gymi-Lehrer und Fachdidaktik-Dozent, Uni Zürich