Kosmos – selbstwirksam lernen an der Volksschule

Kosmos ist ein Projekt für selbstwirksames lernen an der Volksschule. Gemeinsam mit Lehrpersonen, Eltern und Kindern initiiert Kosmos Zeit-, Experimentier- und Lern-Räume für die Weiterentwicklung der Lernkultur nach Lehrplan21. Kosmos zeichnet sich dadurch aus, dass alle Parteien – Lehrpersonen, Kosmonaut:innen und Schüler:innen – sich sowohl als Lernende wie auch Lehrende verstehen.

Das Projekt richtet sich an Schulen, welche sich Begleitung für den Aufbau eines Kosmos-Raums wünschen. 

Die Resonanz seitens Schulen ist gross. Das freut uns sehr. Bist auch du interessiert die Lernkultur an deiner Schule weiterzuentwickeln? 

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Die Pfeiler von Kosmos:

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Kosmonautin Anja Lefèvre im Interview

Anja ist Berufsschullehrerin, Kleinkindererzieherin, Sozialarbeiterin, Intrinsic Lernbegleiterin und sagt:

«Kosmos revolutioniert das Schulzimmer.»

Kosmos im Buch Schule21
macht glücklich

Georgina Bachmann, Schulleiterin Schule Schanzengraben Zürich, und Karin Jungen, Kosmos-Koordinatorin, beschreiben den ersten Prototypen.
 

Das ist Team Kosmos

Melissa Kneubühler 
(Die Dame rechts aussen)
Projektleiterin
«Kosmos»

mk@intrinsic.ch



Karin Jungen & Christian Müller
Co-Creators

 

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Melde dich bei Melissa.

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FÜR LESERATTEN

Reality Check-Interview mit Kosmonautin Anja Lefèvre

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«Kosmos revolutioniert das Schulzimmer.»

Anja Lefèvre
Berufsschullehrerin, Kleinkindererzieherin, Sozialarbeiterin und Intrinsic Lernbegleiterin sagt:

Was ist Kosmos für dich?

Anja: Kosmos ist ein «Zeit-und-Lern-Raum», in welchem Schüler:innen eine geeignete Lernumgebung für ihre Persönlichkeitsentfaltung zur Verfügung gestellt bekommen: Während eines Halbtags pro Woche erhalten die Kinder die Möglichkeit, sich als selbstwirksam zu erfahren und dürfen die Kosmos-Zeit so nutzen, wie es ihnen entspricht – alleine für eigene Projekte oder miteinander, um gemeinsam etwas zu gestalten. Lernbegleiter:innen sind zwar präsent, halten sich jedoch beobachtend und achtsam im Hintergrund. Sie greifen so viel wie nötig und gleichzeitig so wenig wie möglich ein. 
 

«Ein Kosmos-Raum ist nicht mit einem physischen Raum gleichzusetzen. Vielmehr handelt es sich um einen «Zeit-und-Lern-Raum», in welchem Schüler:innen eine geeignete Lernumgebung für ihre Persönlichkeitsentfaltung zur Verfügung gestellt bekommen.»
 

Was hat dich zu einem Kosmonaut:innen-Einsatz motiviert?

Anja: Die grösste Wirkung auf das Lernen hat das Vorleben. Es lädt ein, nachzumachen. Oftmals ist die Resonanz höher, wenn man die gut durchdachte Planung über Bord wirft und agil und flexibel auf die Schüler:innen eingeht. Besonders gefällt mir, dass die Kosmos-Räume an Volksschulen initiiert werden. Das macht sie lebensnah. Sie finden nicht in einem Paralleluniversum nur für eine bestimmte Gruppe statt. Für mich stellt Kosmos zudem eine Chance dar, zu erforschen, wie gutes Lernen mit grosser Vielfalt und Heterogenität funktionieren kann. 
 

Welche Kompetenzen hast du für deinen Kosmonaut:innen-Einsatz bereits mitgebracht?

Anja: Kosmonaut:innen sind keine Expert:innen. Sie sind Sparring-Partner:innen und Wegbegleiter:innen für die Lehrpersonen in den Kosmos-Räumen vor Ort. Es geht darum, in Resonanz zu treten, Ideen auszutauschen und sich gegenseitig zu unterstützen. Die wichtigste Grundvoraussetzung ist für mich daher das Interesse am Menschen und dessen Entwicklung. Als Kleinkindererzieherin habe ich gelernt, Motive und Motivation – auch der ganz Kleinen – zu erfassen. Daraus ergab sich bei mir der Wunsch, die Systemumwelt, in der sich der Mensch bewegt, zu verstehen, weshalb ich soziale Arbeit studierte. Während dieser Zeit habe ich mir die Fähigkeit angeeignet, Auseinandersetzungen nicht zu scheuen, mich auf Diskussionen einzulassen – und vielleicht auch mal in ein Fettnäpfchen zu treten. Als feinfühlige, empathische Person bin ich da wahrscheinlich im Vorteil (zwinkert). Und auch Flexibilität und Spontanität schaden sicher nicht.
 

«Für mich stellt Kosmos eine Chance dar, zu erforschen, wie gutes Lernen mit grosser Vielfalt und Heterogenität funktionieren kann.»

Was sind für dich als Kosmonautin die Highlights?

Anja: Bei Intrinsic habe ich Gleichgesinnte gefunden, wo ich früher oft allein unterwegs war und mit meinen Ideen und Ansichten auf taube Ohren stiess. Zu den Highlights gehörten für mich daher die Kosmonaut:innen-Weiterbildungstreffen. Der Austausch und das Netzwerk haben mir viel gegeben und gute Gespräche ermöglicht. Das hat bei mir neue Energie freigesetzt und meine Motivation beflügelt. Im Kosmos-Raum selbst gab es viele kleine Momente, die mich berührt haben. Auch wenn es aus meiner Sicht manchmal zu wenig schnell vorwärts ging, sehe ich nun im Nachhinein: Es hat sich etwas bewegt. Ich habe etwas bewirkt. Das ist schön! Geschätzt habe ich auch die Reflexionsfenster, die ich mir jeweils nach den Kosmos-Einsätzen für mich nehmen konnte – gemütlich in einem Café. Dadurch gelangte ich zu neuen Einsichten und konnte weitere Ideen generieren. Davon wünsche ich mir mehr. Und dann ist da noch der grosse Stapel an Briefen und Zeichnungen, den ich von den Schüler:innen zum Abschied erhalten habe. Viele wollten wissen, wann ich wiederkomme. 
 

Welche Herausforderungen haben dich besonders gefordert?

Anja: Rückblickend hätte ich noch mehr Dinge benennen sollen, die mir aufgefallen sind – nicht im Sinne von «belehren», sondern mich trauen, auch «freche» Ideen zu platzieren und Fragen zu stellen. Gleichzeitig hätte ich die Lehrpersonen noch mehr im Finden ihrer Vision und deren Umsetzung bestärken können. Auf jeden Fall wurde mir wieder einmal bewusst: So weitermachen wie bisher, zahlt nur in die Komfortzone ein. Um etwas zu bewegen, muss man auch mal unbekannte Wege beschreiten und etwas ausprobieren. Vielleicht hätte man da die Ängste der beteiligten Personen noch besser abholen können? Geholfen haben mir im Umgang mit diesen Herausforderungen der Austausch mit anderen Kosmonaut:innen, was mir das Gefühl gegeben hat, nicht allein auf diesem Weg zu sein. Und auch die Literatur, die wir gemeinsam gelesen haben, und die Schulen, welche ich im Rahmen der Kosmonaut:innen-Weiterbildung hospitiert habe, zeigten mir auf, dass es sich keineswegs um utopische Ideen, sondern praktische Ansätze handelt.
 

«So weitermachen wie bisher, zahlt nur in die Komfortzone ein.

Um etwas zu bewegen, muss man auch mal unbekannte Wege beschreiten und etwas ausprobieren.»
 

Welche Kompetenzen hast du für dich in der Rolle als Lernbegleiterin weiterentwickelt während deines Kosmos-Einsatzes?

Anja: Zurückhaltung üben – im Sinne von «nicht sofort mit Antworten aufwarten», sondern Schüler:innen mit Reflexionsfragen in ihrem Selbstgefühl stärken. Beispielsweise mit: Wie schwierig oder einfach war das Projekt für dich? Hat dir die Tätigkeit Freude bereitet? Worin warst du besonders gut? Was war schwierig? Warum? Bei der Wahl eines neuen Projekts sind die Schüler:innen teilweise überfordert und müssen hingeführt werden, in dem wir mit ihnen erörtern, wo ihre Stärken liegen, was ihnen Spass macht und was Relevanz hat. Durch diese Begleitung lernen Schüler:innen, auf ihre Interessen zu vertrauen und diesen selbstwirksam nachzugehen. Weiter konnte ich meinen ressourcenorientierten Blick schärfen. Ich habe gelernt, durch eine gute Beobachtung und Wahrnehmung das Potenzial der Schüler:innen und deren Tätigkeiten zu erkennen. Dadurch lassen sich mögliche Lernfelder identifizieren, welche dann wiederum gespiegelt werden können. 

 

Würdest du das Kosmonaut:innen-Programm anderen Lehrpersonen weiterempfehlen? 

Anja: Ja, unbedingt. Ich habe diverse Lehrpersonen in meinem Umfeld und nachdem nun das Zusammentreffen nach dem Aufheben der Corona-Massnahmen wieder möglich ist, werde ich mit diesen Personen in den Austausch gehen und Kosmos weiterempfehlen. Kosmonaut:innen werden das Schulzimmer revolutionieren. Es ist aus meiner Sicht unglaublich wertvoll, Sparring-Partner:in zu sein oder eine solche zu haben. Man muss nicht alles alleine machen. Man ist sich manchmal gar nicht wirklich bewusst, was mit bereits vorhandenen Ressourcen alles machbar ist. Das Teilen von Verantwortung und Erleben von echter Kollaboration reduziert Abhängigkeiten und baut unnötige, künstliche Grenzen ab. Kosmos fördert Offenheit und bringt all die Parteien zusammen, die wollen, dass sich die Schüler:innen bestmöglich entwickeln – mit genau dem Potenzial, das sie mitbringen. Lehrpersonen können nun wählen: Entweder das Kosmonaut:innen-Programm selber absolvieren – als super Ergänzung zu den klassischen Weiterbildungsangeboten – oder sich Begleitung für die Initiierung des eigenen Kosmos-Raums holen. Beides ist definitiv ein Gewinn!

 

Interview durchgeführt am 4. März 2022 von Karin Jungen und Melissa Kneubühler.